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Spechtsbrunn °C
  16.08.2018 Ferienhaus Ostsee
(nach Rudolf Dinter, Beiträge zur Geschichte der Gemeinde Hasenthal) Vor langer Zeit zogen oft Zigeuner mit ihrer Habe durch unsere Wälder und Dörfer. Sie blieben bald da, bald dort, solange es ihnen gefiel, solange man sie duldete. Oft aber wurden sie gezwungen, sich weitab von menschlichen Siedlungen in den Wäldern aufzuhalten. Man verbot ihnen bei harter Strafe, ja sogar mit Bedrohung ihres Lebens, sich in den Dörfern sehen zu lassen. Die Menschen in den Dörfern waren selbst oft bettelarm und besaßen kaum das Notwendigste zum Leben. Um so mehr fürchteten sie um ihr Hab und Gut. Außerdem ging das Gerücht um, Zigeuner könnten Vieh und Menschen verwünschen, verhexen. So war auch in Hasenthal Zigeunern der Aufenthalt verboten. Eines Tages – wohl vor mehr als dreihundert Jahren – näherten sich dem Ort von Süden her eine ganze Kolonne Zigeuner mit ihren Wohnwagen, mit sich führend einen zahmen Bären an der Kette, zwei kleine Äffchen und einige Hunde. Vom Schultheißen wurde ihnen der Aufenthalt im Ort verboten, da half kein Bitten und Flehen. Obwohl ihr Hauptmann an einem tückischen Fieber lebensgefährlich erkrankt war, mussten sie den Ort sofort wieder verlassen. Jede Hilfe wurde strengstens verboten. So zogen schließlich die Zigeuner weiter die Ölse entlang nordwärts und schlugen auf der Bergkuppe nahe dem Rennsteig ihr Lager auf. Nachts stieg das Fieber des Zigeunerhauptmanns bedrohlich an, er wälzte sich stöhnend auf seinem Lager. In ihrer Not lief im Morgengrauen seine Frau hinab ins Dorf, um etwas Milch für den Erschöpften zu erbetteln. Aber man hetzte sie trotz ihrer verzweifelten Bitten mit Hunden aus dem Ort. Von der Höhe aus verfluchte die Zigeunerin den Ort und seine Bewohner. Der Zigeunerhauptmann starb noch am gleichen Tag, wurde auf der Höhe begraben. Sein Stöhnen soll dort zu mitternächtlicher Stunde noch immer zu hören sein. Der berg trägt noch heute danach den Namen „Zigeunerskopf“, die Ebene auf der Höhe wird noch immer „Zigeunersebene“ genannt..
(nach Wolfgang Wiegand; Beiträge zur Geschichte der Gemeinde Hasenthal) Der Große und der der Kleine Först zählten einst zu den grasreichsten Bergen im Sonneberger Oberland und wurden deshalb im 18. Jahrhundert zur Sommerweide der herrschaftlichen Pferde und Fohlen genutzt. An diese Zeit erinnert uns noch ein kleines unscheinbares Gebäude, das Fohlenhaus, eine bescheidene Unterkunft für die damaligen Waldhirten. An dieser Stelle, einer Hochfläche auf dem „Großen Först“, hatte von 1526 bis 1531 Hans Thomas von Absberg, ein brutaler und berüchtigter Raubritter, samt seinem Gefolge ein geeignetes Versteck gefunden, denn die alte Handelsstraße von Leipzig nach Nürnberg war nur wenige Kilometer entfernt. Hans Thomas von Absberg rächte sich für die Wegnahme seiner väterlichen Burg durch den Schwäbischen Bund, indem er vom Först aus Nürnberger und Leipziger Kaufmannszüge überfiel und das Raubgut bis nach Böhmen verkaufte. In seiner maßlosen Gier war der Raubritter aber mit der Beute allein noch nicht zufrieden. Er schlug jeweils einem gefangenen Kaufmann die rechte Hand ab und schickte ihn in die Handelssstätte zurück, um für die restlichen Gefangenen ein hohes Lösegeld zu erpressen. Fünf Jahre lang tyrannisierte der Raubritter mit seinen Kumpanen auch die armen Bergbauern, Köhler und Hirten in den umliegenden Dörfern. Hundertfach verfluchten sie ihn und seine willfährigen Handlanger. Hans Thomas von Absberg entging seiner gerechten Strafe nicht. Der so genannte „Handabschneider“ endete in Böhmen durch Todschlag. Seine Leiche soll man im Oberlauf der Moldau bei Oberplan (Horni Plana) gefunden haben. Auf dem „Großen Först konnte nun wieder die Ruhe des Waldes einziehen. .