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Spechtsbrunn °C
  15.12.2017 Ferienhaus Ostsee

Spechtsbrunn entstand bereits um 1300. Der Ortsname ist nicht auf einen Specht, sondern auf eine sumpfige, morastige Stelle, die mit Reisigbündeln (Specke) und einem Knüppeldamm passierbar gemacht wurde, zurückzuführen. Es ist einer der ältesten Orte in der Rennsteigregion. Die urkundliche Ersterwähnung war im Jahre 1414 mit dem Erwerb der Gräfenthaler Wälder durch die Grafen von Orlamünde. Im Jahre 1438 werden die Reichserbmarschälle von Pappenheim mit der Adelsherrschaft Gräfenthal belehnt.      

                                                                                  

Der Ort liegt an der Alten Heer- und Handelsstraße. Die Einwohner hatten im Mittelalter besondere Rechte, aber auch Pflichten, für einen „reibungslosen Verkehr“ auf der Straße zu sorgen. Sie hatten das Privileg, Strauchdiebe ohne Gerichtsurteil zu hängen oder ihnen Asyl zu gewähren. Kriegsdienst musste nur in soweit geleistet werden, als dass die Männer abends wieder zu Hause sein konnten. Dafür hatten sie für Ordnung auf der Handelsstraße zu sorgen und Vorspanndienste zu leisten. Das erklärt auch die hohe Zahl an Ochsen, die stets in Spechtsbrunn gehalten wurde. Durch die Anbindung an die Heer- und Handelsstraße kam es zu einer schnellen Entwicklung Spechtsbrunns.

1525 führt Sebastian von Pappenheim die Reformation in der Herrschaft Gräfenthal ein. Somit gehört Spechtsbrunn mit zu einem der ersten evangelisch- lutherischen Orte Deutschlands.
Im 19. Jahrhundert waren die Spechtsbrunner ziemlich bemittelt. Sie verdienten ihren Lebensunterhalt mit Viehzucht und Viehhandel, als Fuhrleute oder als Griffelmacher.
Der Bergbau in der Umgebung war ausgeprägt und bestand aus der Gewinnung von Griffelschiefer im Tagebau und im Untertagebau und der Herstellung von Schiefergriffeln im Hausgewerbe,  später industriemäßig in einer modernen Großhütte auf der Grube „Brand“, die bis 1930 existierte. Stillgelegte Brüche wie "Ramsthal" oder die Tafelschieferbrüche "Tannenglück" sind heute noch stumme Zeugen entlang der Thüringisch-Fränkischen Schieferstraße.
Im Jahre 1912 wurde eine Porzellanfabrik gegründet, die bis 1990 existierte. Heute hat Spechtsbrunn das größte Gewerbegebiet der Gemeinde Oberland am Rennsteig. Mehrere Industriezweige wie die Kunststoffverarbeitung, die Glasherstellung, die Verpackungsindustrie und der Maschinenbau konnten sich hier ansiedeln.
Wichtig für Spechtsbrunn ist der Tourismus. Gaststätten mit Pensionen, ein idyllisches Feriendorf, sowie gemütliche Ferienwohnungen und Privatzimmer sind zu finden.
Sehenswert ist die Matthäuskirche (1746/1747) mit reicher Bemalung (Thüringer Bauernbarock) und wertvoller Orgel des Herstellers Sauer (Frankfurt/Oder). Herzog Georg II. nannte die Spechtsbrunner Kirche bei einem Besuch die schönste Dorfkirche seines Sachsen- Meiningen Landes.

Ein Besuch des Naturparkinformationszentrums auf der „Kalten Küche“ lohnt sich. Hier kreuzen sich der sagenumwogene Rennsteig, die Alte Heer- und Handelsstraße, Straßen, Wege und Grenzen.
Der Name „Kalte Küche“ entstand aus den Begriffen „Calde“ (Grenze) und „Kuche“ (Kapelle) - also „Kapelle an der Grenze“. Denn bis zur Reformationszeit stand hier eine Wegekapelle, welche von einem Einsiedler- Mönch betreut wurde.

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